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Die
Stadtrechte bekam es bereits 1165. Seitdem wuchs
dieses Gemeinwesen, das am Zusammenfluss von Elster und
Pleiße liegt und niemals Herrschaftssitz eines Adeligen
war,
bis auf 600000 Einwohner im 20. Jahrhundert an. Bürger
regierten hier, - und wie! Die Thomasschule, eine altsprachliche
Klosterschule, wurde bereits 1212 gegründet. Im gleichen
Jahr wurde auch ihr Schulchor, der weltberühmte Thomanerchor,
ins Leben gerufen. J. Seb. Bach war 27 Jahre sein Leiter.
Die Tradition, freitags und sonnabends kostenlos geistliche
Musik zu bieten, besteht so noch heute.
Gewirkt hat in Leipzig außerdem Robert Schumann, es
ist auch die Geburtsstadt Richard Wagners und die Heimat
des weltberühmten Gewandhausorchesters. Leipzig war
außerdem führend auf dem Gebiet des Buchwesens.
Ab 1200 Hauptumschlagsplatz der damals noch handgeschriebenen
Bücher, wurde es um 1900 zur größten deutschen
und "drittgrößten" Buchstadt der Welt.
1900 hatten über 480 Verlage in Leipzig ihren Sitz.
1920 gab es in Leipzig drei riesige Büchereien: a)
die Comeniusbücherei (nur Schulbücher), b) die
Universitätsbibliothek, c) ab 1913 die Deutsche Bücherei
(damals größte Bücherei der Welt: Alle Bücher
sind immer für alle Menschen erreichbar, da nur dort
gelesen werden darf.)
Das sind gute Arbeitsbedingungen für Studenten, deren
Universität bereits 1409 gegründet wurde.
Wie finanzierte Leipzig seine öffentlichen Einrichtungen
eigentlich? Die Stadt lebte vom Handel. Bereits seit 1497
hatte sie von Kaiser Maximilian I. das Privileg als Reichsmessestadt.
Schon um 1780 gab es 18 riesige Messehäuser, in denen
die Händler der ganzen Welt die Muster ihrer Waren
anboten.
Für die Pelzindustrie ( und die Musikverlage!) wurde
Leipzig zur bedeutendsten Stadt der Welt.
Handel und Bildung ziehen Menschen an. Das erkannten die
Leipziger und schufen den Hauptbahnhof: Bis 1928 war er
mit seinen 41 Gleisen der größte der Welt. (Im
Vergleich Hamburg 12)
Leipzig
war noch in mehreren Bereichen anderen Städten voraus:
Nur ein Beispiel: Was Hamburg, München und Frankfurt
erst ab 1870 und später einführten, gab es in
Leipzig bereits 1561: Ein funktionierendes System einer
Wasserleitung ersetzte die Wasserpumpe im Hof.
In "Leibzsch" - wie es leicht sächsisch klingt,
erhielt man, wenn man geistig wach war, viele Anregungen
und konnte dort - wie ich meine - gut leben.
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