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Das
Haar in der Suppe
oder: Aktenzeichen: 324-0-794/02: ungelöst (1
Köpfe
müssen Haare haben,
Haare müssen Farbe haben,
ob sie echt ist oder nicht.
Widerliches
Schreiberpack!
Ab ist bald der schönste Lack,
weil ihr uns'res Kanzlers Haare
gleichsetzt mit gemalter Ware.
Gerhards
Laune ist vorüber.
Selbst beim Essen fällt vornüber
seine volle Lockenpracht.
Sieh'
mal an, was schwimmt denn da,
ist das nicht ein Kanzlerhaar?
- Richter, Staatsanwälte, - schnell!
der Beweis schwankt sonnenhell
mitten in des Kanzlers Schüssel!
Ehrfurchtsvoll
naht schon die Truppe,
inspiziert die Kanzlersuppe:
(Absperrgitter sind montiert,
Schutzanzüge anprobiert
und der Luftraum ist blockiert.)
Sicherheit muss schließlich sein!
Mikroskope
sind entsichert!
(Hinterm Mundschutz leise kichert
ein respektlos' Zeitungsvolk.)
Man
dreht und wendet, schiebt und zieht,
niemand falsche Farbe sieht.
Doch der Prüfung zweiter Teil
macht die Forscher richtig geil:
Haare kann man schließlich spalten,
um die Wahrheit zu erhalten.
Abgezwackt ein kleines Stück
und mit Blaulicht geht's zurück.
Sicherheit muss schließlich sein!
Unklar
bleibt das Resultat -
eine Frucht der bösen Saat?
Gerhard
- mach' dem Streit ein Ende,
mach's wie Ronald (2 und
versende
eine Locke - ungetönt
an die Bayern - sind's gewöhnt.
Sicherheit muss schließlich sein!
Anmerkung:
1):
Der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland,
Gerhard Schröder, wehrt sich - staatsmännisch,
politikbewußt - in einem Prozess, der zur Zeit
am Hamburger Landgericht geführt wird (Aktenzeichen
324-0-794/02) gegen die Behauptung, sein Haare seien
teilweise getönt. Bei Zuwiderhandlung droht er
mit einer Strafe von 10000 Euro. - Beim ersten Gerichtstermin
am 12. April 2002 wurde noch kein Urteil gefällt,
dies wird am 17. Mai 2002 erwartet.
- Und zum Urteil: Bitte mit aller Schärfe des
Gesetzes! Gerhard - Du Kanzler der deutschen Echtheit,
laß Dir kein Haar von denen da krümmen!
Sei tapfer und kämpfe, dein deutsches Volk steht
zu dir!
2): Der Hamburger
Innensenator, Ronald Schill, hatte in Bayern eine
Haarprobe abgegeben, um den Vorwurf des Kokainkonsums
zu entkräften.
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